Was genau zeigt die Ausstellung?
Die Wanderausstellung ist keine bloße „Guck-Ausstellung“, die nur durchlaufen werden soll, sondern sie dient dazu, Anstöße und Raum für Reflexionen zu geben. So kann sie ihren interaktiven Charakter entfalten. Darüber berichten wir später noch in konkreten Beispielen.
Den Kern der Ausstellung bilden fünfzehn Biografien, die auf zwei Roll-Up-Seiten jeweils vor und nach 1938 dargestellt werden. Sie werden begleitet von allgemeinen Informationstexten, beispielsweise zu den spezifischen Berufs- und Sozialgruppen. Ergänzt wird die Ausstellung durch spezielle themenorientierte Roll-Ups.
Die komplette Wanderausstellung besteht mittlerweile aus knapp sechzig Roll-Ups. Die kleinste Ausstellungseinheit bildet 20 Roll-Ups. Faksimiledrucke von Originaldokumenten, Nachbauten von Verstecken und Unterkünften sowie verfilmte Zeitzeugeninterviews komplettieren die Ausstellung.
Die Ausstellung ist in sechs Grundthemen (Synagogengemeinde, Tuchindustrie, Handwerk, Handel, Akademische Berufe und Landjudentum) gegliedert, die zusammen einen Überblick über das Leben der jüdischen Gemeinde in Aachen geben, deren sozioökonomische und politische Entwicklungen strukturell denen anderer westrheinischer Gemeinden ähneln.
Jedes Grundthema behandelt einen kulturellen und wirtschaftlichen Themenschwerpunkt und besteht aus bis zu vier ausgewählten Biografien, die repräsentativ für das jeweilige Milieu stehen und das eigentliche Zentrum der Ausstellung bilden.

Wie werden die Inhalte präsentiert?
Jedes sog. Roll-Up-Set (1m x 2m x 0,3m) beinhaltet ein schlankes, beidseitig bedrucktes, aufgerolltes Banner, das senkrecht aus seiner Kassette herausgezogen wird und mittels einer Stange standfest frei im Raum präsentiert werden kann. Die Rollups können variabel aufgestellt werden und passen sich somit den räumlichen Möglichkeiten ihrer Institution an. Der Auf- und Abbau ist einfach und binnen weniger Minuten erledigt.
Auf der einen Seite sieht man, neben einem Porträt des betreffenden jüdischen Menschen, kurze Informationen zu seinem Leben bis 1938 und auf der anderen Seite dessen Fortsetzung nach den Novemberpogromen, der sog. „Reichskristallnacht“. Bei frei aufgestellten Roll-ups kann der Besucher um diese herumgehenden und erfährt den deutlichen Kontrast von „Vorher – nachher“. Die Darstellungen sind bebildert, die Texte kurz und verständlich, das Lesen erfordert nicht viel Zeit und langweilt nicht.

Wen interessiert die Ausstellung?
Die Wanderausstellung „We, the six million“ bietet eine Auseinandersetzung mit der Shoah über das Medium biografischer Portraits und ist eine eindrucksvolle Erfahrung für Menschen jeden Alters. Ein regionaler Bezug besteht zwar, die präsentierten Schicksale können aber als exemplarisch für viele andere betrachtet werden. Das Thema betrifft nicht nur ganz Deutschland sondern ist ein internationales, allgemein menschliches.
Unsere Erfahrungen zeigen, dass das Projekt auch großen Anklang in Museen, Banken, städtischen und kirchlichen Einrichtungen findet. In größeren öffentlichen Räumen steht nicht das didaktische Konzept im Vordergrund, sondern die Frage, wie gezielt der Adressat der Einrichtung angesprochen werden kann. In der Regel stehen adressatenbezogene Führungen im Vordergrund. Dabei kann Ihnen unser Team behilflich sein, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.
In Schulen arbeiten wir, wenn Sie es wünschen, nach didaktischen Ideen mit den Schülergruppen. Dazu können Sie Beispiele auf den folgenden Seiten ansehen und Ihre Vorstellungen und Möglichkeiten mit uns vor Projektbeginn besprechen.
Wie bucht man die Ausstellung und was muss man als Gastgeber tun?
Sollten Sie Interesse haben, die Ausstellung von „We, the six million“ an Ihrer Schule oder in Ihrer Einrichtung zu zeigen, schreiben Sie uns einfach eine Mail.
janine.gielis@gmail.com
Auf Nachfrage senden wir interessierten Schulleitungen und anderen Gastgebern gerne den gesamten Roll-Up-Katalog zu.
Wir bieten Ihnen während des gesamten Prozesses eine umfangreiche Betreuung in unterschiedlicher Form an:
Im Vorfeld des ein- bis zweiwöchigen Ausstellungszeitraumes unterstützen wir Sie bei der allgemeinen Organisation, bei Führungen und gerne auch bei der Planung einer Eröffnungs- bzw. Abschlussveranstaltung.
Schulen hilft unser pädagogisch geschultes Personal bei der Ausarbeitung eines auf Ihre Schule zugeschnittenen didaktischen Projektkonzepts. Zur Umsetzung dieses Konzepts bieten wir nicht nur schulische Vorbereitungskurse und Führungen an. Wir unterstützen Sie und ihre Schülerinnen und Schüler auch dabei, einen eigenen Schulbeitrag zu erstellen.
Die ansonsten kostenfreie Ausstellung muss von Ihnen lediglich am vorherigen Ausstellungsort auf eigene Kosten abgeholt werden. Zum Transport der Roll-Ups benötigen Sie einen Kombi oder ein ähnliches Fahrzeug mit großem Stauraum.
