Israel

Das Israel-Projekt

Bildungsbrücken zwischen Nordrhein-Westfalen und Israel

Israel nimmt innerhalb des Projekts We, the six million eine besondere Rolle ein. Viele Jüdinnen und Juden aus Nordrhein-Westfalen wurden während der Zeit des Nationalsozialismus zur Flucht gezwungen. Während viele die Shoah nicht überlebten, gelang anderen die Flucht in das damalige Britische Mandatsgebiet Palästina. Mit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 wurde das Land für zahlreiche Überlebende zur neuen Heimat. Bis heute leben dort viele Nachkommen ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen. Aus dieser historischen Verbindung entstand Ende 2021 das Israel-Projekt.

Ende 2021 begann, gefördert durch das Israelbüro der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, unsere erste mehrmonatige Projektphase in Israel. Diese Förderung legte den Grundstein für den Aufbau eines langfristigen deutsch-israelischen Bildungsnetzwerks. Erstmals wurde die Wanderausstellung We, the six million an zahlreichen Schulen präsentiert. Ziel war es, junge Menschen in Deutschland und Israel miteinander ins Gespräch zu bringen und durch persönliche Begegnungen Brücken zwischen beiden Gesellschaften zu bauen. Die große Offenheit und das Interesse der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte machten schnell deutlich, welches Potenzial in diesem Austausch liegt.

Der Aufenthalt fiel in die Zeit der Corona-Pandemie und brachte besondere Herausforderungen mit sich. Immer wieder mussten Schulen kurzfristig auf Distanzunterricht umstellen. Dadurch entstanden erstmals digitale und hybride Bildungsangebote, die auch unter schwierigen Bedingungen einen kontinuierlichen Austausch ermöglichten. Diese Erfahrungen prägten die weitere Entwicklung des Projekts nachhaltig.

Im November 2022 kehrten wir nach Israel zurück. Im Mittelpunkt standen die Vertiefung bestehender Kooperationen, neue Begegnungen sowie der weitere Ausbau des Netzwerks zwischen Nordrhein-Westfalen und Israel. Aus den ersten Kontakten entwickelten sich langfristige Partnerschaften und ein regelmäßiger Austausch zwischen Bildungseinrichtungen beider Länder.

Der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 veränderte die Arbeit des Projekts grundlegend. Viele unserer Partner waren unmittelbar oder mittelbar betroffen. Gerade in dieser Zeit zeigte sich jedoch der Wert der über Jahre aufgebauten Beziehungen. Der persönliche Kontakt zwischen den Partnern in Nordrhein-Westfalen und Israel blieb bestehen und wurde vielerorts sogar intensiviert. Das Projekt entwickelte sich zunehmend zu einer Bildungsbrücke, die auch in Zeiten von Krieg und Unsicherheit den Dialog aufrechterhielt.

Bei unseren Besuchen im Jahr 2024 begegneten wir Schulen, die trotz der schwierigen Situation den Mut hatten, die Erinnerungsarbeit fortzusetzen. Wir sprachen mit Lehrkräften und Jugendlichen über ihren Alltag während des Krieges, über Hoffnung, Verantwortung und den Wert demokratischer Bildung. Gleichzeitig entstanden neue Ideen für gemeinsame Projekte und weitere Schulpartnerschaften. Aus vielen Gesprächen wurde deutlich, dass historische Bildung und persönlicher Austausch gerade in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit wichtiger denn je sind.

Im November 2025 folgte ein weiterer mehrwöchiger Aufenthalt in Israel. In dieser Zeit konnten zahlreiche bestehende Kooperationen besucht und neue Kontakte geknüpft werden. Gleichzeitig war diese Reise ein wichtiges Zeichen der Solidarität Nordrhein-Westfalens mit Israel. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Minister Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, an der Wanderausstellung in Tel Aviv. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Landes Nordrhein-Westfalen informierte er sich über die Bildungsarbeit des Projekts und den Aufbau deutsch-israelischer Schulpartnerschaften. Sein Besuch unterstrich die Bedeutung von We, the six million als Brücke zwischen Nordrhein-Westfalen und Israel und würdigte das Projekt als Beispiel für gelebte internationale Bildungszusammenarbeit.

©Land NRW/ Ralph Sondermann.

Während des Aufenthalts besuchten außerdem weitere hochrangige Vertreterinnen und Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen Israel, darunter Landtagspräsident André Kuper sowie die Antisemitismusbeauftragte des Landes Sylvia Löhrmann. Gemeinsam machten sie deutlich, wie wichtig Bildungskooperationen, persönliche Begegnungen und der kontinuierliche Austausch zwischen Nordrhein-Westfalen und Israel, insbesondere nach den Ereignissen des 7. Oktober 2023, für die Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen sind. Das Projekt We, the six million wurde dabei als ein gelungenes Beispiel für den nachhaltigen Aufbau solcher Bildungsbrücken hervorgehoben.

Heute ist das Israel-Projekt weit mehr als eine Wanderausstellung. Es ist ein internationales Bildungsnetzwerk, das Menschen, Schulen, Institutionen und Partnerorganisationen in Nordrhein-Westfalen und Israel miteinander verbindet. Ziel ist es, durch persönliche Begegnungen, gemeinsame Projekte und den kontinuierlichen Dialog Verständnis füreinander zu fördern, Vorurteile abzubauen und einen aktiven Beitrag zur Antisemitismusprävention zu leisten.

Was Ende 2021 mit einer ersten Ausstellung begann, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem einzigartigen deutsch-israelischen Bildungsprojekt entwickelt. Die zahlreichen Begegnungen in Israel haben gezeigt, dass Erinnerungskultur nicht an Landesgrenzen endet. Sie lebt vom persönlichen Austausch und von der Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung für eine demokratische Zukunft und die deutsch-israelische Freundschaft zu übernehmen.

Möchte auch Ihre Schule Teil dieses internationalen Bildungsnetzwerks werden oder eine Schulpartnerschaft mit einer Schule in Israel aufbauen? Dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Gerne informiert Sie die Projektleiterin Janine Gielis über die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit und begleitet Sie auf dem Weg zu einer nachhaltigen Schulpartnerschaft. Kontaktanfragen können per E-Mail an die Projektleitung gerichtet werden. E-Mail-Adresse: janine.gielis(at)gmail.com